Von Köln aus starteten wir unsere Reise mit zwei Koffern, zwei Rucksäcken, einem Reisebett, zwei Jacken
und dem strampelnden Kind auf dem Arm Richtung Edinburgh. Der Flug war angenehm ruhig, wenn man mal von
den Luftlöchern absieht. Der kleine Mann schlief die meiste Zeit, oder spielte mit dem netten Sitznachbarn.
Nach der Ankunft in Edinburgh dachten wir, dass wir unseren Mietwagen direkt am Flughafen
in Empfang nehmen könnten. Doch anstatt eines Schlüssels gab es nur eine kurze Beschreibung zur Bushaltestelle.
Mit dem Bus ging es dann auf den Parkplatz der Mietwagenfirmen.
Nachdem wir unseren Peugeot 307 in Empfang genommen hatten, ging es endlich los
(es dauert allerdings eine Woche bis man sich ohne größere Probleme an den Linksverkehr gewöhnt hat).
Unseren ersten Zwischenstopp hatten wir in Stirling, wo wir die ersten Einkäufe tätigten.
Weiter ging die Fahrt durch die Highlands, bis wir nach knapp 4 Stunden Fahrt an unserem Ferienhaus in Roy Bridge
(nördlich von Fort William) ankamen. Das Ferienhaus zu finden war allerdings nicht einfach,
da das Schild mit einem Baustellenschild zugestellt war (Schotten sind allerdings sehr hilfsbereit
und konnten uns den Weg erklären).
Unser zweiter Tag in Schottland führte uns vorbei am Commando Memorial (eine Gedenkstätte für die Sabotagetrupps
des zweiten Weltkriegs, die hier ausgebildet wurden) in die Nähe des Loch Arkaig, den wir nach anfänglichen
Schwierigkeiten auch fanden. Die Schwierigkeiten bestanden, weil wir nicht damit gerechnet hatten, dass evtl.
Wegweiser kleine, blaue Steine in Grasnabenhöhe sind. Kurz vor Loch Arkaig wanderten wir an den Cia-Aig-Falls
vorbei einen Berg hinauf bis über die Baumgrenze hinaus, von wo wir einen herrlichen Blick auf Loch Arkaig und
Loch Lochy hatten. Überall an den Hängen blühte Erika. Dieses Heidekraut sollte uns die ganze Reise begleiten.
Heute besuchten wir das Sealife-Center Oban am Firth of Lorn. In diesem Sealife wird dem Besucher die
Unterwasserwelt Schottlands (speziell des Loch Linnhe) nähergebracht. Unserem Sohn hat der Aufenthalt
sehr gut gefallen, vor allem die Robben hatten es ihm angetan. Auf dem Rückweg fanden wir das Postkartenmotiv
Castle Stalker. Diese Burg liegt auf einer kleinen Insel mitten im Loch Linnhe.
Weiter führte uns unsere Route heute zur Burgruine Inverlochy Castle in der Nähe von Fort William.
Inverlochy Castle ist eine der ältesten Steinburgen Schottlands (um 1280). Von hier aus kann man
auch den höchsten Berg Großbritanniens sehen, den Ben Nevis.
Der heutige Tag führte uns in das Tal der Tränen: Glencoe. Glencoe ist eine gewaltige Schlucht mit
historischem Hintergrund. Hier wurde ein ganzer Clan gemeuchelmordet, weil der Chief dieses Clans
dem König zu spät die Treue geschworen hatte. Nach dem wir uns unsere Regenbekleidung übergezogen hatten,
wanderten wir einen schmalen Pfad entlang. Die Aussicht ins Tal und auf die grünen Berge ist einfach faszinierend.
Überall an den Hängen konnten wir kleine Wasserläufe entdecken, die manchmal als Wasserfälle ins Tal stürzen.
Doch durch die tiefhängenden Wolken wirkte Glencoe auch etwas bedrohlich. Auf der Rückfahrt standen
wir leider aufgrund einer zweistündigen Vollsperrung der Straße Richtung Fort William im Stau.
Dies war sehr ungünstig, weil es die einzige Straße in diese Richtung ist.
Dieser Tag sollte eigentlich ganz im Zeichen des Ungeheuers von Loch Ness stehen.
Ungeheuer war es dann allerdings auf eine andere Art und Weise. Denn als wir am berühmten
Urquhart Castle ankamen, sollten wir feststellen, dass wir für diese Burgruine am
Loch Ness Eintritt (6,50 Pfund) bezahlen sollten (Für Burgen und Schlösser muss man in Schottland
grundsätzlich Eintritt bezahlen, mit Ausnahme von mancher Burgruine.
Verständnis haben wir in den Fällen, wo eine Instandhaltung durch den Eintritt gewährleistet wird).
Wir ließen uns unsere Laune allerdings nicht verderben, sondern fuhren bis Invermoriston zurück,
wo wir in einem schön angelegten Park einen ausgedehnten Spaziergang machten. Auf dem Weg zum Park
kamen wir an einer alten Steinbrücke vorbei, die zu dem Zweck gebaut wurde, um die Orte der Highlands
miteinander zu verbinden. Im gleichen Projekt liefen auch der Caladonien-Kanal und noch viele andere Brücken.
Am heutigen Tage wollten wir der Isle of Skye einen Besuch abstatten. Die Insel ist nach dem norwegischen Wort
"skuy" benannt, was "Wolken und Nebel" bedeutet. Sie ist die schönste und abwechslungsreichste
Insel der inneren Hebriden. Die Fahrt ging über abwechslungsreiches Land, vorbei an Lochs, Bergen,
Stauseen. Das Wetter wechselte fast nach jeder Kurve und tauchte das Land in bizarres Licht.
Unser Weg führte uns vorbei am Eilean Donan Castle. Das Schloss liegt auf einer kleinen Landzunge
und spiegelt sich schön im Wasser. Bei Kyle of Loch Alsh führt eine Brücke über das Meer auf die Isle of Skye.
Wieder erwarten mussten wir keine Maut bezahlen, obwohl dies in den Reiseführern aufgeführt war.
Unsere Hauptziele auf Skye waren die Steilküste Kilt-Rock und der Old Man of Storr auf der Trotternish-Halbinsel.
Unser Weg führte uns vorbei an den Cuillin Hills ins schöne Städtchen Portree und von dort
weiter auf einer einspurigen Straße mit freilaufenden Schafen und Hochlandrindern zu unserem
ersten Ziel. Die Steilküste Kilt-Rock hat ihren Namen von den besonders angeordneten Basaltsäulen,
die an die Form des gleichnamigen Kleidungsstücks der Schotten erinnern.
Auf dem gleichen Weg fuhren wir zurück bis zum Parkplatz am Fuße des Storr-Gebirges.
Laut Reiseführer sollte uns ein kurzer Fußmarsch zum Old Man of Storr bringen
(bei dem "Old Man of Storr" handelt es sich um eine 50m hohe Felsnadel, die an einem Berg frei in die Höhe ragt).
Der Fußmarsch ergab allerdings eine ausgedehnte Wanderung mit nicht zu unterschätzender Steigung.
Oben angekommen genossen wir allerdings die wunderbare Aussicht.
Auf der Rückfahrt hielten wir noch kurz noch an einem Aussichtspunkt, von dem aus wir einen
herrlichen Blick auf den Loch Garry hatten.
Unser vorletzter Tag brachte uns zwei wunderschöne, wenn auch völlig verschiedene Täler näher.
Als erstes fuhren wir in das Ben Nevis-Tal. Die einspurige Straße in das Tal ersetzt jegliches Achterbahnvergnügen.
Das Glen Nevis zeichnet sich durch den üppigen Bewuchs aus. Der schmale und nicht ganz ungefährliche Fußweg
führt entlang des Berghangs durch einen Wald. Immer wieder müssen kleinere Bäche überwunden werden.
Die Atmosphäre in diesem Tal ist mit Worten nicht zu beschreiben. (Tipp: Im Glen Nevis gibt es zwei
Parkmöglichkeiten. Die erste ist lustigerweise mit einer Parkuhr ausgestattet. Einen Kilometer weiter
kommt dann allerdings ein kostenloser Parkplatz)
Am Nachmittag fuhren wir dann zu den "Parallel Roads" im Glen Roy. Der Legende nach handelt es sich dabei
um die Spuren des Riesen Fingal. Jedoch handelt es sich bei den parallel verlaufenden Linien in den
Berghängen um 10m breite Kiesablagerungen eines Eisstausees. Die verschiedenen Linien zeigen dabei
den Wasserstand des Sees an, der durch das Abschmelzen des Eisdammes in mehreren Etappen abfloss.
Der letzte Tag begann für uns sehr früh. Da der Flug von Edinburgh gegen Mittag startete und wir von der Hinfahrt geprägt waren, fuhren wir in den frühen Morgenstunden los. Wir fuhren diesmal eine andere Strecke als auf der Hinfahrt. Zur unserer Überraschung waren wir schon nach 2 Stunden Fahrt am Flughafen, wodurch wir dort einen längeren Aufenthalt als geplant hatten. Der Rückflug war sehr anstrengend, da wir alle nur wenig Schlaf hatten und der kleine Mann erst kurz vor der Landung einschlief. Müde aber glücklich kamen wir um halb 3 am Flughafen an.